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(1984) Die negative Dialektik Adornos, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Der Ausklang der Negativen Dialektik
Adornos Variationen zur ‚Metaphysik" nach Kant, Hegel und Nietzsche. Zum Dritten Teil der Negativen Dialektik (354–400)
Lothar Zahn
pp. 273-290
"Klangfiguren" überschrieb Adorno eine Sammlung seiner musikalischen Schriften, die kaum nur neben seine philosophischen zu stellen sind, sondern in diesen wider-, an- und ausklingen. Wer sich in der Welt so ausgiebig von früh auf an Klängen erfuhr, vermittelt sich zu dem eigenen und fremden Sein in einer Weise, die von diesem Medium nicht unbetroffen bleibt. Hegel hat diese Eigenart der Vermittlung des Geistes durch Ton, Takt, Rhythmus und Melodie in seiner noch immer unentdeckten Ästhetik eindringlich beschrieben. Der im Erklingen auch schon verklingende Ton repräsentiere einen Seinsbezug, der dem "Äußeren nicht gestattet, als Äußeres sich uns gegenüber ein festes Dasein anzueignen" (15, 133). Der Adornos Denken bestimmende Widerstand gegen Verdinglichung und Warenfetischismus teilte sich ihm vor aller besonderen Reflexion des Systems der Beschränkungen durch die transzendierende Kraft des Tons mit, der gerade dadurch, daß er nicht begrenzend vor uns stehen bleibt und stets aufs neue versucht werden muß, uns die offene, durch und durch zeitliche Erfahrung unserer Möglichkeit und Freiheit vermittelt: Im Ausklang wird die Lösung von der Gewalt des endlich Gesetzten und Komponierten erfahren, ohne doch bei einem Absoluten anzukommen.
Publication details
DOI: 10.1007/978-3-322-95466-4_9
Full citation:
Zahn, L. (1984)., Der Ausklang der Negativen Dialektik: Adornos Variationen zur ‚Metaphysik" nach Kant, Hegel und Nietzsche. Zum Dritten Teil der Negativen Dialektik (354–400), in J. Naeher (Hrsg.), Die negative Dialektik Adornos, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, pp. 273-290.
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